Seit 2018 veröffentliche ich auf meinem Blog Artikel zum Thema Kommunikation bei Demenz. Aber was genau treibt mich an? Anfangs schrieb ich hier vor allem für mich und die Mitglieder meiner Facebookgruppe „Demenz und Kommunikation für (pflegende) Angehörige“. Mittlerweile hat sich einiges getan, aber sieh selbst!
Inspiriert wurde ich zu diesem Blogartikel durch die Blogparade von Birgit Lorz.
Mein Opa las die ersten Beiträge auf meinem „Kommunikation bei Demenz“-Blog
Mein Opa war tatsächlich 2018 der erste Leser meines Blogs.💕
Ich glaube das war einer dieser Momente, in denen er merkte, „Ach, sie ist ja doch ganz nett.“
Den Satz hörte ich tatsächlich irgendwann von ihm und musste echt schmunzeln.

Übrigens habe ich vor Kurzem angefangen Briefe an meinen mittlerweile leider verstorbenen Opa zu schreiben, weil ich schon nach dem Tod meines Vaters festgestellt habe, wie sehr mir das Schreiben hilft.
Auch während meiner Zeit als pflegende Angehörige war das Schreiben mein Selbsthilfetool Nr. 1.
Mein erster Demenz-Blogartikel
Okay, zurück zum Blog. Meinen ersten Blogartikel veröffentlichte ich hier am 1.7.2018.

Eigentlich war es kein wirklicher Blogartikel, es war nur eine kurze Buchempfehlung, meine erste Literaturempfehlung für pflegende Angehörige: „Mit dementen Menschen richtig umgehen: Validation für Angehörige“ von Vicki de Klerk-Rubin.
Ich hatte dieses Buch zuvor einem pflegenden Angehörigen ausgeliehen, und von ihm die Rückmeldung bekommen, dass es ihm sehr geholfen hatte.
Was war und ist mein Ziel mit diesem Blog & „Kommunikation bei Demenz“?
2018 rief ich diesen Blog ins Leben, um endlich meine ganz persönlichen Erfahrungen zum Thema Kommunikation bei Demenz mit der Welt teilen zu können.
Mein Werdegang ist kein traditioneller, alles begann 2014 mit einem Ehrenamt in einem Demenzcafé.
Später übernahm ich auch 1:1-Betreuungen und arbeite kurzfristig für einen Pflegedienst (wo mir leider viel zu wenig Zeit für die einzelnen Menschen blieb).
2018 begann ich dann im Rahmen meines Linguistikstudiums meine Gespräche mit Menschen im fortgeschrittenen Demenzstadium zu analysieren. Finanzielle Unterstützung erhielt ich durch das Deutschlandstipendium.
Neben dem Studium pflegte ich meinen Opa und schlüpfte somit in die Rolle der pflegenden Angehörigen.
Das war keine leichte Zeit, aber ich möchte sie auch nicht missen, denn ich lernte meinen Opa in dieser gemeinsamen Zeit noch mal ganz neu kennen.
Bevor ich 2018 diesen Blog startete, hatte ich 4 Jahre lang viele Gespräche mit Menschen im fortgeschrittenen Demenzstadium geführt – Menschen von denen mir im Vorhinein oft gesagt worden war, er oder sie spricht nicht mehr, das brauchst du gar nicht versuchen.
Und dann hörte ich von diesen demenziell veränderten Menschen Sätze wie, „Ich will einfach nur reden.“

Dieser Satz kam tatsächlich von einer an Alzheimer erkrankten Dame, der ich so vieles zu verdanken habe.
Ohne sie gäbe es „Kommunikation bei Demenz“ heute so nicht, denn vor allem die Gespräche mit ihr sind die Basis meiner gesprächsanalytischen Forschung.
Vieles, das ich heute über die Kommunikation mit Menschen mit Demenz weiß, habe ich von ihr gelernt.
Um ihre Privatsphäre zu schützen habe ich ihr einen Decknamen gegeben: Imelda = die große Kämpferin.

Generell habe ich in den Jahren sehr viel von Menschen mit Demenz gelernt – sie sind bis heute meine wichtigsten Lehrmeister!
Menschen mit Demenz sind wahre Überlebenskünstler, denn auch, wenn ihre sprachlichen Fähigkeiten schwinden, finden sie Wege, um weiterhin mit uns verbal, nonverbal und paraverbal zu kommunizieren.
Die Gesellschaft insgesamt sowie pflegende Angehörige, Betreuungs- und Pflegekräfte spielen hierbei jedoch eine entscheidende Rolle:
Konzentrieren sie sich zu sehr auf die Defizite und nehmen demenziell erkrankten Menschen zu viel ab bzw. trauen ihnen nichts mehr zu, verstummen diese nach und nach.
Das würden wir alle tun.
Was können wir stattdessen tun?
Wir müssen erkennen, dass auch Menschen mit Demenz weiterhin Stärken haben und stärken- bzw. ressourcenorientiert kommunizieren.
Teilweise sind es Stärken, die sie erst während ihrer Demenzerkrankung entwickelt haben, es sind Bewältigungsstrategien.
Diese Stärken, auch wenn sie vielleicht nicht alle auf den ersten Blick nach Stärken aussehen, müssen gefördert und für die Kommunikation genutzt werden, denn nur so können wir trotz Demenz in Kontakt bleiben.
Das bedeutet, dass wir uns darauf einlassen müssen, Sprache anders zu nutzen als wir es in der Schule gelernt haben, ganz ohne auf Regeln zu pochen, sondern indem wir das annehmen, was eben gerade möglich ist.
Was hat sich seit 2018 bei „Kommunikation bei Demenz“ getan?
Seit 2018 hat sich einiges getan.
Am Anfang schrieb ich hier für pflegende Angehörige und Betreuungskräfte.
Heute schreibe ich nur noch für Erstere, denn diese liegen mir besonders am Herzen.
Warum?
Es fehlt einfach hinten und vorne an guter Unterstützung, das ist mir spätestens als pflegende Angehörige meines Opas richtig klar geworden.
Alles fing mit einer Facebookgruppe an, diese existiert noch und hat ca. 500 Mitglieder (eine kleine, private Gruppe).
Mittlerweile hat sich der Fokus allerdings auf Instagram verlagert, wo wir fast 2.100 Freunde demenzfreundlicher Kommunikation sind. 💕Das kann ich selbst manchmal nicht so ganz glauben.
Seit einiger Zeit werde ich immer häufiger nach Workshops und Onlinekursen zum Thema Demenz und Kommunikation gefragt.
Dieser Blog und mein Newsletter ist ein erster Schritt in diese Richtung.
Ich möchte mit meinem Blog pflegenden Angehörigen zeigen, wie sie selbst zu Kommunikations-Experten ihrer demenziell veränderten Angehörigen werden und gemeinsam mit diesen die Kommunikation im Hier & Jetzt lernen können.
Wichtige Unterstützer in den letzten Jahren
- Startup Service Uni Potsdam
- Start Social
- CoCo
- Lean Startup Sprint
- Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW)
